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Was wir heute nicht mehr fürchten müssen

by Susanne | 12.04.2026

Herausfordernde Zeiten sind das gerade für jeden von uns.. Von überall her erreichen uns Nachrichten, die uns und unser inneres System zum Wackeln bringen können. Ängste spielen dabei eine große Rolle. Wusstet ihr, dass Angst sowohl eine Emotion als auch ein Gefühl ist? Als Emotion entsteht sie automatisch und spielt sich im Unbewussten ab. Körperlich spüren wir das oft als Herzklopfen, Anspannung oder Schwitzen. Es ist ein biologischer Ablauf unseres Körpers. Erst wenn wir diese Emotion bewusst wahrnehmen wird sie zu einem Gefühl. Dann können wir aussprechen, dass wir Angst haben. Sie wird greifbar. Und jeder hat ja genügend davon. Mir ist zum Beispiel aufgefallen, dass ich unheimlich Angst habe, etwas falsches zu sagen wenn ich vor einer Gruppe stehe (was nicht gerade förderlich ist, da ich mittlerweile sehr oft ‘vorne stehe’ und vortrage in meinen Kräuterführungen oder Workshops). Zeigen tut sich das in Herzklopfen, erröten oder zu schnellem Sprechen. Ich bin der Sache mal auf den Grund gegangen und hab mir überlegt, woher das kommen kann. Ich bin immer bestens vorbereitet und noch dazu ‘sprechen’ die Kräuter ja quasi mit mir und geben mir die korrekten Infos, selbst wenn ich sie nicht bewusst gelernt habe. Jeder, der zu mir kommt, hat sich bewusst dazu entschieden und möchte Dasein, daran kann es ja auch nicht liegen. Und irgendwann hat es geklickt. 

Es kommt aus meiner Kindheit, und zwar aus der Schule. Ich war ja immer voll gut und war immer so der Anker - wenn niemand was weiss nehmen wir Susi dran. Und irgendwann war es der Fall, dass ich eine falsche Antwort gegeben hab und meine Lehrerin (Gott hab sie selig) entgegen ihrer damaligen Art echt kacke reagiert hat. Alle haben mich angeguckt (wahrscheinlich war es gar nicht so, für mich hat es sich aber so angefühlt) und ich habe so ein Herzklopfen und Bauchweh bekommen, dass ich abgeholt werden musste. In dem Moment war es die Scham und was sich manifestiert hat war die Angst, dass das nochmal passieren kann, ich mich dann wieder so fühle, mir schlecht wird usw. 

Es spielen noch einige andere Dinge eine Rolle, doch diese Angst hat meine innere Perfektionistin dermassen im Griff gehabt, dass ich mich gar nicht auf das Wesentliche konzentrieren konnte und oft sehr verbissen an Dinge herangegangen bin anstatt sie bewusst und mit Freude zu Erleben oder, noch schlimmer, Dinge erst gar nicht anzufangen.

Nun gehe ich ja seit ein paar Jahren den bewussten und mutigen Weg, mich mit mir auseinanderzusetzen und alle meine Facetten anzuschauen. Und habe dabei herausgefunden, dass genau diese Angst mich auch sicher jahrelang vor einigen Aussagen und Entscheidungen meines feurigen und impulsiven Skorpionwesens beschützt hat, mittlerweile aber vollkommen überholt ist und mich bremst. Sei es in meiner Lebensfreude, meiner Spontanität, meiner Berufung… Ich habe mich von ihr gelöst und sie gehenlassen. Und an den Platz, an dem sie gesessen und sich jahrelang breitgemacht hat, durfte etwas anderes einziehen (mehr dazu vielleicht mal in einem anderen Beitrag). Es gibt so viele hervorragende Menschen, die dich begleiten können (ich natürlich auch), Tools, Videos und und und - wir können jeden Tag die beste Version von uns werden und nichts ist in Stein gemeißelt, nur weil es gefühlt schon immer so war. 

Was ich euch heute als Impuls mitgeben möchte ist, dass ihr mal schaut ob all diese Ängste (die, die gerade vom Aussen geschürt werden oder die, die ihr euch selber kreiert habt) noch aktuell und dienlich sind. Könnte man nicht vielleicht die ein oder andere gehenlassen und Platz machen für Mut, Hingabe, Vertrauen und/oder Liebe? 

Brennnessel

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